Auszug aus meiner Antwort
Was du beschreibst, ist keine akute Krise — genau das macht es so schwer zu benennen. Kein Streit, kein Betrug, niemand hat etwas falsch gemacht. Nur eine Stille, die sich seit Jahren eingerichtet hat: Respekt und Freundschaft sind da, die Liebe ist es nicht mehr.
In dem, was du schreibst, stecken mindestens zwei Fragen, die sich gegenseitig blockieren. Die eine: Ist das, was zwischen euch ist, genug zum Bleiben? Die andere: Was schuldest du euren Kindern, und was schuldest du dir selbst? Das sind zwei verschiedene Fragen. Solange du sie gemeinsam zu beantworten versuchst, wird keine von beiden klar.
Zur zweiten Frage, weil sie dich am meisten festhält: Kinder brauchen kein perfektes Elternpaar. Sie merken, wenn zwei Menschen aneinander vorbeileben — auch wenn niemand schreit. Das heißt nicht, dass du gehen musst. Es heißt nur, dass „wegen der Kinder bleiben" allein keine Antwort auf die erste Frage ist, sondern eine Vermeidung von ihr. Konkrete Fragen zu Unterhalt oder Sorgerecht kann und werde ich dir nicht beantworten — dafür brauchst du eine Anwältin oder einen Anwalt, wenn es so weit kommt.
Bevor irgendeine Entscheidung ansteht, wäre mein Vorschlag: Schreib mir, wie sich dein Alltag mit ihm heute anfühlt — nicht, wie er begonnen hat, sondern wie er sich gerade anfühlt, Abend für Abend. Daraus lässt sich mehr lesen als aus der Frage „gehen oder bleiben".
[ Hier bricht der Auszug ab … ]
— Stefan